Solar und Wärmepumpe im Neubau: So planst du ein stimmiges Gesamtsystem thumbnail

Solar und Wärmepumpe im Neubau: So planst du ein stimmiges Gesamtsystem

Published en
1 min read

Im Neubau ist die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe oft die naheliegendste Entscheidung – aber sie funktioniert nur dann wirklich gut, wenn Auslegung, Regelung und Messkonzept als ein System gedacht werden.

Das Fundament: Gebäude, Heizlast, Vorlauftemperaturen

Die Reihenfolge ist entscheidend: erst Gebäudehülle/Heizlast/Vorlauftemperatur, dann Wärmepumpen-Auslegung, danach PV‑Größe und erst zum Schluss die Speicherfrage. Wer das umdreht, landet schnell bei unnötigen Kosten oder schlechter Regelbarkeit.

Photovoltaik im Neubau: Lastprofil statt Dachfläche

Photovoltaik bringt im Neubau den größten Nutzen über Eigenverbrauch. Das heißt: Erzeugung möglichst in den Alltag ziehen – Warmwasser, Wärmepumpe, Haushalt und ggf. Wallbox so steuern, dass weniger Strom aus dem Netz gekauft werden muss. Ein Energiemanagement ist dafür oft wichtiger als „noch mehr Module“.

Wärmepumpe im System: Regelung, Tarife, Monitoring

Zur Praxis gehört auch der Tarif: Ob Wärmestromtarif, zeitvariable Preise oder dynamische Tarife – sinnvoll wird das erst, wenn du Lasten wirklich steuern kannst. Ohne Steuerung riskierst du, genau in teuren Stunden zu laufen.

Speicher: Optionales Feintuning

Speicher sind im Neubau kein Pflichtkauf. Sie können helfen, Eigenverbrauch zu erhöhen – aber nur, wenn Preis, Garantien, nutzbare Kapazität und reale Zyklen zur Nutzung passen. Ein zu großer Speicher bindet Kapital und altert, ohne dass der zusätzliche Nutzen proportional steigt.

Die häufigsten Stolpersteine im Neubau

Die häufigsten Stolpersteine sind weniger „Technik“, sondern Organisation: unklare Zuständigkeiten zwischen Gewerken, fehlendes Messkonzept, keine Dokumentation in der Inbetriebnahme. Genau hier entstehen später die teuren Nachbesserungen.

Schneller Check vor der Entscheidung

  • Schnittstellenliste erstellen (Wechselrichter ↔ EMS ↔ WP ↔ Zähler)
  • Heizlastberechnung + Ziel‑Vorlauftemperatur dokumentieren
  • Monitoring definieren (KPIs, Alarme, monatlicher Kurzcheck)
  • PV‑Größe am Lastprofil ausrichten (inkl. E‑Auto & künftiger Verbraucher)
  • Wärmepumpe passend dimensionieren und Heizkurve sauber einstellen
  • Messkonzept planen (WP/Haushalt/Wallbox) und Zählerplätze früh festlegen

FAQ

Brauche ich im Neubau zwingend einen Speicher?
Nein. Ein Speicher lohnt sich vor allem, wenn du nachts viel Strom nutzt oder Lasten nicht gut verschieben kannst.

Welche Reihenfolge in der Planung ist am sinnvollsten?
Erst Gebäude/Heizlast/Heizflächen, dann Wärmepumpe & Regelung, danach PV‑Größe – und erst zum Schluss Speicher.

Was ist der häufigste Praxisfehler?
Schnittstellen nicht zu klären (EMS, Zähler, WP‑Regelung). Wenn das hakt, wird aus dem System ein Flickenteppich.

Unterm Strich gilt: Technik ist selten das Problem. Planung, Schnittstellen und Monitoring entscheiden, ob PV + Wärmepumpe im Neubau wirklich liefert.